„Wir glauben an die Potenziale unseres Viertels.“

Foto: Roman Reiff

Wo öffentliche Subventionen rückläufig sind, werden private Eigentümer zu wichtigen Partnern in der Quartiersentwicklung. Mitte 2008 beschloss der Landtag Nordrhein-Westfalen darum über ein Gesetz, das die Gründung sogenannter Immobilien- und Standortgemeinschaften erleichtert, um privat Maßnahmen zur Verbesserung des geschäftlichen Umfelds durchzuführen. Parallel dazu wurden in Köln, Dortmund und Wuppertal drei wohnungsbezogene Modellprojekte gefördert.

In Wuppertal entschlossen sich 20 private Eigentümer, eine Wohnungsgenossenschaft für das Quartier „Ölberg“ zu gründen, vernachlässigte Leerstände gemeinsam aufzukaufen und zu sanieren. Damit sollen auch der günstige Wohnraum und die soziale Vielfalt gesichert werden. In der Dortmunder Nordstadt stellten Eigentümer gemeinsam mit einem ansässigen Wohnungsunternehmen zwei Quartiershausmeister ein. Diese gehen nun mehrmals täglich „rund um den Flensburger Platz“, informieren die Stadtreinigung bei größeren Müllproblemen und beseitigen selbst kleinere Verunreinigungen.

Während das Engagement der Dortmunder Eigentümer nach der Projektlaufzeit etwas abflachte, kommt der Prozess in Köln erst jetzt richtig ins Laufen. Im Februar haben sich 15 Hausbesitzer im Verein „ESG-Taunusstraße“ zusammengeschlossen. Ziel ist es, weitere Mitglieder unter den Eigentümern der Taunussraße und ihrer Nebenstraßen zu finden, um stärker am Strang der Verbesserung ziehen zu können. Da die wenigsten Hausbesitzer selbst in ihrer Immobilie leben, ist es nicht nur „schwer, Kontakt aufzunehmen“, sondern auch „eine Menge Überzeugungsarbeit nötig, dass es sinnvoll ist, die Häuser in einen guten Zustand zu bringen“. Dominik Roenneke ist Schriftführer des Vereins und besitzt selbst ein Haus in der ehemaligen Einkaufsstraße, dessen Dach jetzt neu gemacht wird. Er hat die Erfahrung gemacht, dass „das Engagement schnell aufhört, sobald es um Geld geht“. Doch er ist überzeugt: „Hausbesitzer, die in Verschönerung investieren, werden erkennen, wie nachhaltig das wirkt.“ Der Verein berät zum Beispiel zur Rentabilität von Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen und den Möglichkeiten und Voraussetzungen, Fördergelder zu nutzen.

Aber es geht auch um das Drumherum: An eine Verschönerung des Taunusplatzes – er wurde um 12 Beete bereichert – soll sich die Restaurierung der Bahnübergänge anschließen. Hier ist allerdings die Deutsche Bahn gefordert. Auf eine entsprechende Anfrage hat sie bisher jedoch nicht reagiert.

www.esg-taunusstrasse.de

„Rund um den Flensburger Platz“
Henrik Link zur Veranstaltung
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