Trimbornstraße wird Fußgängerzone

Die Überschrift ist freilich unwahr, dafür wirklich mal voraus und an die Anwohner gedacht, auf jeden Fall aufmerksamkeitserregend. Erregt werden soll die Aufmerksamkeit derjenigen, die von Amts wegen entscheidend, bisher jedoch unwissend oder unaufmerksam sind. Langfristig geht es um eine Aufwertung der Trimbornstraße, in einem ersten Schritt darum, die Geschäftstätigkeit einer kulturell und sozial lange ersehnten Gaststätte zu fördern statt zu stören. Kalks „Vorstadtprinzessin“ füllt mehr als deutlich eine Lücke im vorwiegend aus Kulturvereinen und Dönerbuden bestehenden Kneipenangebot des rechtsrheinischen Quartiers zwischen den Bahnbrücken. Exponiert platziert – an der Ecke Trimbornstraße/Dillenburger Straße vis à vis der S-Bahn-Haltestelle – fehlt es der „Prinzessin“ jedoch an einer Außengastrofläche. Diese wurde besonders dann schmerzlich vermisst, wenn das Ordnungsamt Denkzettel dafür verteilte, dass ob des Rauchverbotes vor der Tür paffende Gäste auch ein Bier in der Hand hielten. Dieses darf derzeit bloß innen verzehrt werden. Das Strafgeld, das Wirtin Katharina Kohout für die Verstöße entrichtete, hätte gut in den Erwerb von Außengastrofläche investiert werden können. Die muss aber erst geschaffen werden.

Kohout hat zwei Lösungen im Auge. Beide wären ein Gewinn für die ganze Trimbornstraße:
(1) Die den Bürgersteig vor der Kneipe zum Großteil vereinnahmende Erdfläche, mittig von einem dürren Baum, hauptsächlich aber von 2 Findlingen und immer neuem Hundekot belegt, könnte zugepflastert werden und Platz für Bank und Tisch schaffen:

(2) Alternativ könnte die gegenüber liegende, teils von der S-Bahn-Brücke überdachte Fläche grundgereinigt und im Rahmen eines kleinen Straßenfestes zur Gastrofläche erkoren werden. Derzeit ist sie vor allem öffentliches Pissoir. Der Zugang zum (meist defekten) S-Bahn-Fahrstuhl bliebe bei einer Umnutzung erhalten und würde dadurch auch verschönert:

Das Gespräch über diese Optionen hätte am 6. April eigentlich gemeinsam mit Markus Thiele stattfinden sollen, aber der scheint mehr durch Worte als durch Taten zu glänzen. Straßenpoller unter der S-Bahn-Brücke zählten mit zu den Vorhaben von Kalks Bezirksbürgermeister, bevor er für dieses Amt erkoren wurde. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Im Gegenteil wird die enge Durchfahrt von der Trimborn- in die Taunusstraße sogar als Entlastung der Kalker Hauptstraße verargumentiert. Dass das hohe Fußgängeraufkommen an dieser stark frequentierten Haltestelle, Nahtstelle von fünf Straßen, durch die fast alle Passanten Richtung Kalk Post steuern, ständig von durchrasenden Autofahrern gefährdet wird, derer viele aus Renommiergründen entsprechend laut und schnell ihr Motorenecho im Brückentunnel suchen, entgeht Thiele und anderen Politikern.

Thiele entging ebenso die Diskussion am 6.4. zwischen Michael Eppenich, Leiter vom Bürgeramt Kalk, Karin Schmidt, Grüne Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung, Hans-Gerd Kaumanns, Vorstand der Bürgerinitiative „Miteinander Humboldt-Gremberg“, Martina Höfflin, Büro für Brauchbarkeit, und Katharina Kohout. Laut Eppenich lehnt der Leiter der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes eine Außenbewirtschaftung per se ab, erst recht über die Straße hinweg. Neuesten Informationen nach wird die Fläche gegenüber der „Prinzessin“ spätestens 2017 aber sowieso von einer Großbaustelle beansprucht: Die Bahn erweitert für die ICE-Strecke Köln – Frankfurt ihre Trasse im Rechtsrheinischen von vier auf sechs Gleise. Besonders stark betroffen ist das Areal um die Haltestelle Trimbornstraße, denn wahrscheinlich muss auf der parallel laufenden Giessener Straße eine ganze Häuserreihe für den Ausbau weichen.

Eppenich und Kohout hoffen nun wenigstens auf eine Zusage des Grünflächenamtes, die Erdfläche zuzupflastern und dann auf ein Einlenken des Ordnungsamtes, außen wenigstens eine Bank platzieren zu dürfen. Hoffentlich wissen die Entscheider, wie viel Mehrwert das ins Viertel brächte.

Und wieviel erst, wenn die Trimbornstraße zur Fußgängerzone erklärt würde. 😀

Henrik Link zur Veranstaltung
http://www.google.com/calendar/event?action=TEMPLATE&text=Trimbornstraße%20wird%20Fußgängerzone&dates=20110603T212000Z/20110603T212000Z&details=Die%20Überschrift%20ist%20freilich%20unwahr,%20dafür%20wirklich%20mal%20voraus%20und%20an%20die%20Anwohner%20gedacht,%20auf%20jeden%20Fall%20aufmerksamkeitserregend.%20Erregt%20werden%20soll%20die%20Aufmerksamkeit%20derjenigen,%20die%20von%20Amts%20wegen%20entscheidend,%20bisher%20jedoch%20unwissend%20oder%20unaufmerksam%20sind.%20Langfristig%20geht%20es%20um%20eine%20Aufwertung%20der%20Trimbornstraße,%20in%20einem%20ersten%20Schritt%20darum,%20die%20Geschäftstätigkeit%20einer%20kulturell%20und%20sozial%20lange%20%5B…%5D&sprop=Kalkpost