Gar kein exklusiver Club

Der Sonne wegen flog ich über Weihnachten nach Tunesien. Doch auch dort blieb sie aus, und vielleicht fiel mir deswegen besonders ins Auge, dass genau wie in Kalk sämtliche Cafés, Teestuben und Kneipen, ja selbst Moscheen, im weißen Schein von Neonröhren leuchten. Back in Kalk (das mir übrigens im Vergleich richtig sauber vorkommt), beschließe ich, mich nach der Popularität des kalten Lichts zu erkundigen. Erste Station ist das Café zur Kalker Post in der Johann-Meyer-Straße. Dort bekomme ich sofort einen Tee und erfahre, dass die Kneipe allen offen steht, aber irgendwie würden nur Türken kommen. Ob das nicht auch an der Beleuchtung liegen könnte? Das 10-jährige Mädchen am Tisch korrigiert manche Wörter ihres Vaters und wiederholt sie auf Hochdeutsch. Auf einem großen Flachbildschirm an der Wand läuft der Fernseher. Ob ich noch einen Tee will. Ich soll gern wiederkommen.
Die Männer, die im Café Istanbul in der Trimbornstraße am Tisch sitzen und Karten spielen, können auch nichts mit meiner Frage anfangen. Also liefere ich Gedankenanstöße: Soll man gar von außen gleich merken, dass es sich um eine Herrenkneipe handelt oder ist schlicht Energiesparen das Motto? Aber ich liege fehl. Abends seien häufig Frauen da! Nein, keine Verruchten! Die Pizza schmecke sehr gut. Ich erfahre: Deutsche bevorzugen Schummerlicht und laute Musik und gehen aus, um abzuschalten. Türken wollen sich sehen und hören, wenn sie hier bei Schwarztee und Becks ausführlich über Gott und die Welt reden. Aber es wäre schön, wenn auch deutsche Gäste kämen. Zu meiner Überraschung fühle ich mich wohl hier und ehrlich willkommen. Auch das Neonlicht ist von innen gar nicht mehr so kalt wie von außen. Die Pizza sollte man vielleicht mal ausprobieren. isa

Henrik Link zur Veranstaltung
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