Bloß kein Köln Arcaden II

Heliosgelände (Foto: Sarah Stoehr)
Heliosgelände (Foto: Sarah Stoehr)

Bitter, aber wahr: Die Bürgerinitiative Helios führt die Kalker Köln Arcaden als abschreckendes Beispiel vor, um vor den Folgen eines in Ehrefeld geplanten neuen Einkaufzentraums zu warnen. Zwischen Gürtel, Venloer- und Vogelsanger Straße sollen 30.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstehen. „Die Köln Arcaden in Kalk – mit angeblich 27.000 qm Einzelhandelsfläche kleiner als die geplante Mall auf dem Heliosgelände – [zeigen], was Ehrenfeld im schlimmsten Fall blüht. … Die Kalker Haupstraße ist tot, seit es die Arcaden gibt“, schreibt die Initiative auf ihrem Flugblatt.

Nun ist die Kalker Haupstraße nicht tot, aber längst nicht mehr das, was sie mal war.  Dafür übertrifft das Verkehrsaufkommen, auch davor warnt die Bürgerinititative, definitiv das frühere.

Würde der Eigentümer des Geländes, die Bauwens-Gruppe, sein Vorhaben wirklich in die Tat umsetzen, stünde in Ehrenfeld aber noch mehr auf dem Spiel als seinerzeit in Kalk. Institutionen wie das Underground, die wohn-bar und das Design Quartier Ehrenfeld wären damit auch vom Platz.

Die Initiative setzt sich mithin aufmerksamkeitsstark zur Wehr. Eine extra errichtete Internetseite liefert alle Fakten zum geplanten Verkauf und stellt ein Schreiben an den OB bereit, das jeder Bürger ausdrucken, unterschreiben und in seinem Namen einsenden kann. Auch in diesem Schreiben sind die Kölner Kalk Arcaden willkommenes Warnbeispiel: „Die Argumente der Entwickler sind immer gleich: angeblich mehr Arbeitsplätze, angeblich höhere Steuereinnahmen und die Beseitigung angeblich vorhandener Defizite bei der Einzelhandelsfläche. Die Köln Arcaden in Kalk zeigen jedoch, dass solche Rechnungen nicht aufgehen. Lassen Sie nicht zu, dass sich so etwas nochmal wiederholt.“

Leider lag den Arcaden eine nicht mehr genutzte Brachfläche zu Grunde, deren Bebauung keine privaten Interessen berührte. Leider haben auch die Wiesen und Bäume im Hintergrund niemanden gehabt, der für sie Pate stand. Das bisschen Grün, das den Kalkern den Blick auf die Autobahnbrücke einst noch verklärte, ist inzwischen einem befahrbaren Baumarkt gewichen, der unansehnlicher nicht sein könnte.

In Kalk ist die Anzahl der Stimmen, die für Kulturerhalt und Wohnwert des Stadtteils laut wurden, bisher schon vorher von kurzsichtigen Geldinteressen übertönt worden. Eine Ausnahme bildet der geplante Umzug der FH von Deutz in den Grüngürtel. Hier war eine Bürgerinititative laut und lesbar und mit gewichtigen Argumenten aktiv geworden. Die FH-Leitung scheint das nicht zu interessieren. Laut Rundschau hat sie sich kürzlich wieder für einen Umzug ausgesprochen.

Optimistische Stimmen zu Kalk hörte man oft mit den Worten: „Kalk wird das neue Ehrenfeld“. Jetzt kann man der Bürgerinitiative Helios nur wünschen, dass Ehrenfeld nicht (wieder) ein bisschen wie Kalk wird.

Dabei gibt es längst andere warnende Beispiele, allen voran Oberhausen, das seit Errichtung des Centro am Rande der Stadt nahezu ausgestorben ist. Wie es trotzdem dazu kommen kann, dass ein Unternehmen wie ECE floriert, sich „gesellschaftliches Engagement“ auf die Fahne schreibt und immer neue Shopping Center baut – eines wird derzeit in die Dortmunder Innenstadt gestellt, wofür ein Kulturareal ähnlich dem Münchner Ostpark starb -, bleibt ein Rätsel, das zur Verzweiflung bringt.

Henrik Link zur Veranstaltung
http://www.google.com/calendar/event?action=TEMPLATE&text=Bloß%20kein%20Köln%20Arcaden%20II&dates=20101112T221900Z/20101112T221900Z&details=Bitter,%20aber%20wahr:%20Die%20Bürgerinitiative%20Helios%20führt%20die%20Kalker%20Köln%20Arcaden%20als%20abschreckendes%20Beispiel%20vor,%20um%20vor%20den%20Folgen%20eines%20in%20Ehrefeld%20geplanten%20neuen%20Einkaufzentraums%20zu%20warnen.%20Zwischen%20Gürtel,%20Venloer-%20und%20Vogelsanger%20Straße%20sollen%2030.000%20Quadratmeter%20Einzelhandelsfläche%20entstehen.%20„Die%20Köln%20Arcaden%20in%20Kalk%20–%20mit%20angeblich%2027.000%20qm%20Einzelhandelsfläche%20kleiner%20als%20die%20geplante%20Mall%20auf%20%5B…%5D&sprop=Kalkpost